Juli: Gartentipps für Stadtgärtner (8)

Letzter Termin für Aussaat von Endivien

Bis Ende Juli kann man noch Endivien aussäen, die dann im Herbst erntereif sind. Die Pflanzen ab 5 cm Höhe vereinzeln.

Kirschpflaumen sind nur reif ein Leckerbissen

Im Stadtgebiet fallen Kirschpflaumen (Prunus cerasifera) auf, die runde, rote oder gelbe Früchte mit 2 – 5 cm Durchmessern tragen. Die Früchte sind essbar, wenn sie reif (ausgefärbt und weich) sind. Der Geschmack reicht – je nach Sorte – von säuerlich über neutral bis süß. Die bekannteste Kirschpflaume ist die Blutpflaume (P. c. ‚Nigra‘) mit ihren purpurfarbenen Blättern. Ihre rötlichen Früchte sind reif besonders schmackhaft und deshalb sehr zu empfehlen. Das Fruchtfleisch fast aller Kirschpflaumen löst schlecht vom Kern und ist deshalb nur für den Frischverzehr geeignet.

Pflegeschnitt an Beerenobstgehölzen

Im Sommer nach oder während der Ernte erfolgt der Pflegeschnitt an Johannis- und Stachelbeeren. Ohne diesen Schnitt sinkt vor allem bei schwarzen Johannisbeeren der Ertrag. Stachelbeeren, rote und weiße Johannisbeeren werden ohne Pflegeschnitt langfristig anfälliger für Krankheiten und Schädlinge und sterben zeitiger ab.
Mit dem Schnitt sollte man alte Triebe (raues, dunkles Holz) bodennah entfernen – unabhängig davon, ob oben an dem Trieb noch junge Triebe vorhanden sind. Schneiden Sie so, dass der Strauch alle drei bis vier Jahre komplett erneuert wird.
Sollte es sich um eine Veredlung oder ein Stämmchen handeln, dann drei bis vier Augen (Nodien) – ab der Veredlungsstelle (z.B. oberes Stammende) gezählt – stehenlassen. Entfernen Sie bei Veredlungen und Stämmchen auch die Äste, die aus dem Stamm oder aus der Unterlage treiben (haben andere Blattform), denn diese würden für ein Abstoßen der Edelsorte sorgen. Die Unterlage ist meist Goldjohannisbeere, eine gelb blühende und wohlschmeckende Art, nur leider mit einem durchschnittlichen Ertrag von 3 – 10 Beeren pro Strauch, statt wie bei Edelsorten mehreren Kilogramm.
Aronia, Maibeere (Lonicera kamtschatica) und Felsenbirne (Amelanchier) können ähnlich wie Apfel, Jahr um Jahr etwas in Form und auf flache Triebe geschnitten werden. Heidelbeeren nur in größeren Zeitabständen schneiden. Und zwar dann, wenn der Neuaustrieb merklich zurückgeht. Heidelbeeren reagieren auf Schnittmaßnahmen stets mit starkem Wuchs und weniger Früchten.

Beerenobst-Stecklinge

Werfen Sie die abgeschnittenen Edel-Triebe von Beerenobststräuchern nicht weg. Wenn Sie 10-cm-Stücke vom jüngeren Teil von Blättern befreien (oben ein ausgereiftes Blatt lassen), 0,5 cm unter der letzten Nodie frisch anschneiden, bis zum Blatt in die Erde stecken (schräg geht es oft leichter), angießen und einige Wochen vor Verdunstung schützen, erhalten Sie nach ein bis zwei Jahren wieder neue Sträucher. Für einen Busch 5 – 6 davon zusammenpflanzen.Stecken Sie mehr, als Sie benötigen, es wachsen meist nur 50 % an.
Als Substrat sollte ein Gemisch mit mehr als 50 % Sand verwendet werden, damit nicht Schrumpfung (Löss, Lehm, Ton, grobfasriger Torf oder grobfasriger Torfersatz) die neu gebildeten, feinen Wurzeln abreißt.
Gut eignet sich ein windgeschütztes, schattiges Plätzchen im Garten und eine Abdeckung mit durchsichtiger Folie oder durchsichtigen Plastik-Kisten. Es muss aber darauf geachtet werden, dass wenig Luft mit der Umgebung ausgetauscht werden kann, da bis zum Ausbilden von Wurzeln nach 3 – 6 Wochen jede Verdunstung für die Stecklinge tödlich ist.

Beerenobst-Spindeln erziehen

Eine Spindel ist eine eintriebige Erziehungsform, die den Ertrag in kontinuierlich guter Qualität und Menge auf rückenfreundlicher Pflückhöhe bietet. Sie ist für alle geeignet, die nicht im Strauch herum kriechen möchten.
Für die Spindel müssen Sträucher auf einen Trieb reduziert werden, bewurzelte Stecklinge können einzeln verwendet werden. Den Trieb von Ästen in den unteren 60 cm befreien, senkrecht hochleiten und immer befestigen. Im Folgejahr fortführen, ab 60 cm Höhe Verzweigungen zulassen. Am besten 6 – 8 Seitentriebe (später auch mehr möglich) über die Länge verteilt stehen lassen und den Rest im Winter entfernen. Im 3. – 4. Jahr erster Ertrag an den Seitentrieben. Die abgeernteten Triebe nach der Ernte entfernen (besser im Winter, müssen dann aber nach der Ernte mit Schnur markiert werden). Nach 5 – 7 Jahren wieder einen neuen Trieb hochleiten und, wenn er trägt, den alten bodennah entfernen. Solche Sträucher erreichen bis zu 1,8 m Höhe und lassen sich in 30 – 50 cm Abstand nebeneinander pflanzen. Das erleichtert die Ernte (sortenabhängig teilweise mehrere Kilogramm Beeren pro Spindel) und ergibt guten Sichtschutz.
Auf guten Böden und Lagen lassen sich auch Spindeln mit bis zu drei Trieben pro Wurzel ziehen. Einfach wenn der erste oben angekommen ist und trägt einen zweiten hoch leiten, dann wenn dieser trägt einen dritten hochleiten. Dann ist meist ein Trieb im beginnenden Ertrag, einer im Vollertrag und einer im schwindenden Ertrag bzw. wenn gerade ein neuer hoch gezogen wird, sind 2 Triebe im Vollertrag. So bleibt die Erntemenge gleich.

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